Reiseführer für die Nordseeinsel
Willkommen auf Sylt
40 Kilometer Strand, 12 Dörfer, unendlich viel Wind. Wir zeigen dir die Insel, wie sie wirklich ist - ohne Marketing-Blabla.
12 Orte
Jedes Dorf hat seinen eigenen Charakter - von mondän bis ursprünglich
40 km Strand
Feinsand, Dünen und die beste Brandung der deutschen Nordsee
UNESCO Welterbe
Das Wattenmeer - einzigartiges Ökosystem direkt vor der Haustür
Was ist Sylt eigentlich?
Sylt ist Deutschlands nördlichste Insel und liegt im schleswig-holsteinischen Wattenmeer. Mit 99 Quadratkilometern ist sie die viertgrößte deutsche Insel - nach Rügen, Usedom und Fehmarn. Etwa 18.000 Menschen leben hier dauerhaft, dazu kommen jährlich rund 870.000 Übernachtungsgäste.
Die Insel ist lang und schmal: 38 Kilometer von Nord nach Süd, aber an der schmalsten Stelle nur 320 Meter breit. Diese Form macht Sylt anfällig für Sturmfluten - jedes Jahr verliert die Insel Land ans Meer, das durch aufwändige Sandvorspülungen wieder aufgefüllt werden muss.
Bekannt ist Sylt vor allem für drei Dinge: die endlosen Sandstrände an der Westküste, das mondäne Image mit prominenten Besuchern, und - seien wir ehrlich - die hohen Preise. Ein Kaffee kostet hier gerne mal 5 Euro, eine Ferienwohnung im Sommer schnell 200 Euro pro Nacht. Aber dafür bekommst du auch etwas: kilometerlange Strände ohne Bettenburgen, eine intakte Natur mit dem UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer, und dieses besondere Licht, das Maler und Fotografen seit über hundert Jahren anzieht.
Die Insel in Zahlen
Die 12 Orte der Insel
Jedes Dorf hat seinen eigenen Charakter. Mondänes Kampen, ursprüngliches Morsum, lebhaftes Westerland - finde heraus, welcher Ort zu dir passt.
Westerland
Hauptort mit Promenade, Einkaufsstraße und dem größten Strand. Hier fährt der Zug an, hier ist das meiste los.
Kampen
Reetdachhäuser, Boutiquen, Promis. Und das Rote Kliff.
List
Wanderdünen, Fährhafen, Austernzucht.
Keitum
Kapitänshäuser, Kirche, Museen.
Hörnum
Leuchtturm, Robben, Ruhe.
40 Kilometer Strand
Die gesamte Westküste Sylts ist ein einziger Sandstrand. Feiner, weißer Sand, dahinter Dünen, davor die Nordsee mit ihrer berühmten Brandung. Das unterscheidet Sylt von anderen deutschen Inseln: Hier gibt es echte Wellen zum Surfen.
Die Strände sind in Abschnitte unterteilt: Familienstrände mit Bewachung und Infrastruktur, FKK-Bereiche für Freikörperkultur (auf Sylt völlig normal), Hundestrände und dazwischen immer wieder ruhigere Abschnitte ohne viel Betrieb.
Ein Wort zu den Strandkörben: Sie gehören zu Sylt wie das Reetdach. Ein Tagesmiete kostet zwischen 12 und 18 Euro, je nach Lage und Saison. In Kampen naturgemäß teurer als in Hörnum. In der Hochsaison solltest du früh dran sein oder vorher reservieren.
Strand Westerland
Der Klassiker. Breiter Strand, Promenade dahinter, alle Annehmlichkeiten. Im Sommer voll, aber gut organisiert.
Strand Wenningstedt
Perfekt für Familien. Bewacht, flaches Wasser, Spielplatz in der Nähe. Weniger Trubel als Westerland.
Rotes Kliff
Kein Badestrand, aber das Fotomotiv schlechthin. Die 30 Meter hohe Steilküste leuchtet im Sonnenuntergang rostrot.
Ellenbogen
Ganz im Norden, am nördlichsten Punkt Deutschlands. Wild, einsam, spektakulär. Zufahrt kostet Maut (ca. 6€).
Das solltest du sehen
Sylt hat mehr zu bieten als Strand. Diese Orte machen die Insel besonders.
Rotes Kliff
Die 30 Meter hohe Steilküste zwischen Wenningstedt und Kampen ist das Postkartenmotiv Sylts. Am schönsten bei Sonnenuntergang, wenn der Ton die Farbe wechselt.
Wanderdünen List
Europas größte Wanderdünen bewegen sich jedes Jahr mehrere Meter. Ein surreales Landschaftsbild wie aus einer Wüste - nur mit Meerblick.
Wattenmeer
UNESCO-Weltnaturerbe direkt vor der Tür. Bei Ebbe kannst du mit einem Guide durchs Watt wandern und dieses einzigartige Ökosystem erleben.
Altfriesisches Keitum
Das schönste Dorf der Insel mit historischen Kapitänshäusern, der 800 Jahre alten St. Severin Kirche und dem Sylter Heimatmuseum.
Praktische Infos für deinen Urlaub
Anreise - Wie komme ich nach Sylt?
Sylt ist nur über den Hindenburgdamm mit dem Festland verbunden - und dieser Damm ist nur für Züge. Das heißt: Entweder du fährst mit dem Autozug (ab 75€ für PKW), nimmst die Bahn direkt nach Westerland, oder du setzt mit der Fähre von Rømø (Dänemark) über. Es gibt auch einen kleinen Flughafen auf der Insel.
Die detaillierte Anreise aus Österreich haben wir separat beschrieben - von Wien, Salzburg oder Innsbruck sind es etwa 10-12 Stunden mit dem Auto.
Brauche ich ein Auto auf Sylt?
Nicht unbedingt. Das Busnetz verbindet alle Orte, und die Insel ist perfekt zum Radfahren - flach und mit guten Wegen. Allerdings: Mit Auto bist du flexibler, besonders bei schlechtem Wetter oder mit Kindern. Wir empfehlen: Für einen Kurztrip (3-5 Tage) geht es ohne, für längere Aufenthalte ist ein Auto praktisch.
Was kostet ein Sylt-Urlaub?
Sylt ist teuer - da gibt es nichts zu beschönigen. Eine Ferienwohnung kostet in der Hauptsaison ab 120-150€ pro Nacht, Hotels ab 150€. Ein Restaurantbesuch zu zweit mit Wein liegt schnell bei 80-100€. Selbst der Strandkorb kostet 12-18€ am Tag.
Unsere realistische Kalkulation für zwei Personen pro Tag:
- Budget: 100-150€ (Ferienwohnung, Selbstverpflegung, ein Restaurantbesuch)
- Mittel: 200-300€ (gutes Hotel, Restaurant am Abend)
- Gehoben: 400€+ (Luxushotel, Fine Dining)
Mehr Details findest du bei unseren Kosten und Preisen.
Beste Reisezeit
Die Hauptsaison ist Juli und August - dann ist die Insel voll, die Preise am höchsten, aber das Wetter (meist) am besten. Wir empfehlen Juni oder September: Weniger Trubel, günstigere Preise, oft genauso gutes Wetter. Die Herbststürme ab Oktober haben ihren eigenen Reiz - dann ist Sylt rau, wild und sehr authentisch. Mehr zur besten Reisezeit.
Was kann man auf Sylt machen?
Mehr als nur am Strand liegen - obwohl das natürlich auch erlaubt ist.
Wassersport
Sylt ist Surf-Hotspot Nummer 1 in Deutschland. Aber auch Kitesurfen, SUP und Schwimmen sind möglich - nur die Wassertemperatur bleibt norddeutsch frisch.
Radfahren
Über 200 km Radwege, komplett flach. Von List im Norden bis Hörnum im Süden sind es etwa 40 km - mit E-Bike ein entspannter Tagesausflug.
Wandern
Durch die Braderuper Heide, am Roten Kliff entlang, durchs Watt - Sylt ist klein genug zum Erwandern. Die Uwe-Düne ist mit 52,5 Metern der höchste "Berg".
Wellness
Thalasso-Therapie, Spa-Hotels, die Sylter Welle - Entspannung gehört zum Sylt-Urlaub dazu. Besonders beliebt bei Schlechtwetter.
Essen & Trinken
Von der Fischbrötchenbude bis zum Sternerestaurant. Probieren musst du: Sylter Royal Austern und das Nationalgetränk Pharisäer.
Wo übernachten auf Sylt?
Die Unterkunft ist oft der größte Kostenfaktor. Hier ein ehrlicher Überblick über die Optionen.
Hotels
Von der einfachen Pension bis zum 5-Sterne-Luxusresort. Ab 100€/Nacht, nach oben offen. Die meisten konzentrieren sich auf Westerland und Wenningstedt.
Ferienwohnungen
Die beliebteste Unterkunftsart auf Sylt. Eigene Küche spart Restaurantkosten. Ab 80€/Nacht in der Nebensaison, ab 150€ im Sommer.
Ferienhäuser
Reetdachhäuser mit Garten, oft mit Sauna oder Kamin. Perfekt für Familien und Gruppen. Ab 200€/Nacht.
Camping
Die günstigste Option: Campingplätze in Kampen und Rantum. Ab 25€/Nacht. Wildcampen ist streng verboten.
Für wen ist Sylt?
Sylt ist vielseitiger als sein Image vermuten lässt. Hier ein paar Zielgruppen und ob die Insel zu ihnen passt:
Familien mit Kindern
Ja, absolut. Bewachte Strände, flaches Wasser, viele kindgerechte Aktivitäten. Wenningstedt ist besonders familienfreundlich. Nachteil: Die Preise machen den Familienurlaub teuer.
Paare
Perfekt für romantische Auszeiten. Keitum und Kampen bieten die passende Kulisse. Sonnenuntergänge am Roten Kliff sind legendär.
Hundebesitzer
Sehr gut geeignet. Viele Hundestrände, hundefreundliche Restaurants und Unterkünfte. Nur in der Hauptsaison sind einige Bereiche eingeschränkt.
Senioren
Flaches Gelände, gute Infrastruktur, viele Wellness-Angebote. Die Nebensaison (Mai, September, Oktober) bietet Ruhe und moderate Preise.
Surfer
Das Surfer-Paradies Deutschlands. Die Westküste bietet konstante Wellen, die Windsurf World Cup findet hier statt. Beste Zeit: Herbst.
Alleinreisende
Möglich, aber Sylt ist eher auf Paare und Familien ausgerichtet. Die Surfszene bietet Anschluss, ansonsten kann es einsam werden.
Das wirst du dich fragen
Juni und September bieten das beste Verhältnis aus gutem Wetter, moderaten Preisen und weniger Trubel. Juli/August ist Hochsaison - voll und teuer, aber garantiert bestes Strandwetter. Mehr zur besten Reisezeit →
Mit der Bahn direkt nach Westerland, mit dem Autozug (ab Niebüll, ca. 75€), per Fähre ab Rømø (Dänemark) oder mit dem Flugzeug. Aus Österreich empfehlen wir Bahn oder Autozug. Alle Anreise-Optionen →
Rechne mit mindestens 100-150€ pro Tag für zwei Personen (Unterkunft, Verpflegung, Aktivitäten). Ferienwohnungen ab 80-150€/Nacht, Hotels ab 120€, Restaurant 40-60€ zu zweit. Detaillierte Kostenübersicht →
Nicht unbedingt. Busse fahren regelmäßig, Fahrräder kann man überall leihen. Für Kurztrips geht es ohne, für längere Aufenthalte oder mit Kindern ist ein Auto praktisch.
Eine Pflichtabgabe von etwa 3,50€ pro Person/Tag. Du bekommst sie bei der Unterkunft und brauchst sie für den Strandzugang und diverse Ermäßigungen. Alles zur Kurkarte →
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